BEGREIFEN                                                             

Genau kann ich es nicht auseinanderhalten, was mehr im Vordergrund stand, als ich mich entschloss diese Motivreihe zu malen:
War es die Faszination über die Kraft der Hände, sowohl der haltenden als auch der quetschenden?
Oder war es die Tatsache, dass mich der mit Trauben gefüllte Sack, aus dem langsam dunkelroter Saft quoll, an ein inneres Organ erinnerte?

Das Weglassen der Umgebung und der am Quetschen beteiligten Unterarme unterstreicht jedenfalls beides.

 

Unsere Hände leisten viel im Laufe unseres Lebens. Sie halten, greifen, fühlen, pressen, streicheln, drücken, kneifen....
Wie wichtig sie sind, wird uns erst bewußt, wenn sie aufgrund einer Verletzung nicht funktionieren wie gewohnt.
Der Zyklus würdigt ihre Leistung. Gleichzeitig ist es eine Würdigung alltäglicher Tätigkeiten, die nach wie vor (Ich bitte darum mich zu korrigieren, sollte meine Einschätzung falsch sein.) vornehmlich Frauen vorbehalten sind.


Zu sehen sind Hände, die dabei sind einen Wischlappen auszuwringen.
Die Umgebung ist ausgespart. Fokus liegt auf dem Akt des Wringens.
Heraustretende Sehnen und Adern sind Anzeichen dafür, dass Kraft im Spiel ist.


Durch das Weglassen des Umraums und den Ausschnitt wird das Motiv seines Kontexts beraubt und erscheint seltsam sperrig und abstrakt.

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© Anja Hantelmann, VG Bildkunst Bonn